Für all die tatkräftigen und wunderbaren Frauen Langenhorns.
Schwestern, (laut aufdrehen) Ihr habt allen Freunden der Tarpenbek heute einen großen Dienst erwiesen. Und mich so zum Lachen gebracht. Danke dafür! Darauf können wir mal ein Eis bei Ben (Jacobs) speisen. Ich lad Euch heute schon dazu ein! Natürlich mit dem gebotenen Abstand…
Moin, meine Lieben! Weder von Tropentemperaturen noch vom Monsun habe ich hier etwas mitbekommen. Der Morgen ist angenehm, alles nass, aber kein Wind und kein Regen. Das Dorf liegt recht hoch, höher wohl, als die Kirchturmspitze des Michel und auch in der Vergangenheit erwies sich die Lage schon oft als günstig. Die kleinen Gewitter waren reinigend, die Luft ist klar. Stellt Euch vor, mancher Bericht aus der Heimat schafft es auch bis auf diese abgelegene Insel. Dass die Römer spinnen, wissen Viele ja, seit sie Asterix lasen, aber dass Sie selbst Römer sein könnten und das kleine gallische Dorf überall sein kann, gehört zu den Erfahrungen, die Manche erst noch machen müssen. Ich geh jetzt erstmal zum Frühstück (Toast, Bacon, scrambled eggs, Tee und Orangensaft) und später schreib ich einen ausführlichen Brief. Eure Mimi, die immer noch Muskelkater hat.
Ihr Lieben. Das Wetter kommt, gerade fängt es an zu regnen und ich habe mir ein trockenes Plätzchen mit Aussicht gesucht. Auch erster Donner ist zu hören. Ich hab mir in der Bücherstube ein Buch gekauft , damit ich etwas zu lesen habe, wenn es so dicke werden sollte, wie die Wetterfrösche prophezeit haben. Ich denke oft an Euch, und was Ihr wohl so macht. Ich erhole mich sehr, die körperliche Arbeit tut mir gut, auch wenn die Muskeln katern. Noch ein, zwei Wochen und ich bin körperlich hoffentlich wieder etwas fitter. Die Arbeit auf dem Felde bekommt mir sehr gut. Für Morgen habe ich umsichtig einen Regenwetter-Kurs gebucht: Hinterglasmalerei am Bildschirm. Bei gutem Wetter gibt es stattdessen “Tiefteichtauchen für Anfänger, eine kleine Einführung in die Mitte des Gartenteichs.” Ich dachte, ich mach das mal mit, nachdem ich im letzten Jahr daheim fast abgesoffen bin. Ich muss jetzt los, will die Regenpause nutzen, um trockenen Fußes zurück ins Hostel zu kommen. Es gibt bis 14 Uhr noch den legendären Gemüsewok, den darf ich nicht verpassen. Mimi
Pfingstrose. Spät dran. Wie ich auch….Moin, Werner.
Ihr Lieben! Ich bin immer noch auf meiner Insel. Gestern kam das Angebot von der Hotelleitung, gegen Mithilfe bei der Arbeit im hauseignen botanischen Garten, kostenlos den Aufenthalt verlängern zu können. Ich denke darüber nach, Lust hätte ich schon und es gibt für mich ja daheim auch sonst nichts zu tun, während ich hier die tollsten Bekanntschaften mache…
Wein. Nicht nur nur an Rhein, Mosel, Nahe und Ahr gibt es gute Lagen. Auch an der Tarpenbek gibts ein prima Klima. Hier: Masen d` Hambourg. Dernier Cru.
Ihr Lieben! Gestern war ich den ganzen Tag in “Millers Garden”, einem kleinen Botanischen Gärtchen im Dorf. Ich hab einen Tag freiwilligen Dienst geleistet, um so die Bemühungen um den Erhalt der hiesigen Fauna und Flora zu unterstützen. Heute habe ich Muskelkater. Die Ansichtskarte zeigt eine von den Reben, die gen Himmel streben. Es kann ein guter Jahrgang werden, jedenfalls sieht alles danach aus. Die Kirschen werden in nicht allzulanger Zeit reif sein. Für den Arbeitseinsatz bekommt man später ein paar Gläser excellenter Jahrgangsmarmelade. Heute und Morgen soll es sehr heiß werden, dann setzt so eine Art Monsun ein, vor dem gewarnt wird. Ausflüge sind bis Sonntag abgesagt. Ich mache heute Abend ein kleines Lagerfeuer im Hotelgarten. Es wird eine Stock-Kochwurst geben, eine neue Spezialität aus der Cross-Over-Küche und dazu ein Glas eines gut gekühlten Chardonnay aus Mersault. Leider hab ich keine Gitarre. Wegen der hauseigenen Quarantäne-Vorordnung bekomme ich ein Feuer für mich ganz allein. Aber das kenn ich von meinen Rucksackreisen ja schon. Da ist “Allein am Lagerfeuer in Longue Cornet” nichts Neues. Ich denk mir einfach, ich wär im Saloon…Ich hoffe es geht Euch allen gut. Liebe Grüße, Eure Mimi
Spekakuläre Circusnummer. Ist gut gegangen. Löwenmäulchen gehören nicht zu den fleischfressenden Pflanzen.
Urlaubskarte:
Ihr Lieben! Gestern bin ich im Bois de Livre gewesen. Tolle Zirkusnummern unter dem Freien Himmelszelt. Eine Hummel, ich vermute mal, dass es eine war, steckte ihren Kopf in ein Löwenmaul. Schon eine Reise wert, die Botanischen Gärten von Longue Cornet. Eigentlich wollte ich heute zum Marché de Contrebande, aber es regnet, deshalb besuche ich die Orangerie, setz mich rein und kuck raus. Das muss genügen. Mit der Sprache.. geht so. Manche Vokabel hab ich vergessen. Mir geht es gut, ich erhole mich prima. Liebe Grüße Mimi
P.S. Hatte vorgestern mein Portemonnaie verloren. Mit allen Papieren. Aber noch bevor ich es bemerkt habe, hat mich die Polizei schon informiert, daß der Marktmeister Sie informiert hat, daß der Obstmann ihm die Geldbörse gebracht hat, die ein Kunde auf der Ablage fand! Ein Glück nach dem Anderen!!! Tolles Dorf, ehrliche und sehr freundliche Menschen! Und eine schusselige Mimi…Ich kann mich gar nicht genug bedanken! DankeDankeDanke.
Ich hatte heute einen sehr sehr sehr schönen Tag. Ich hoffe, Sie auch. Und zum krönenden Abschluss bekam ich noch Anlass zum Lachen aus tiefster …ja Seele. Ich lese ja auch immernoch die Zeitungen aus meinen alten Heimaten Oberhausen und Duisburg. Wie die hier regelmäßig Mitlesenden aus allen Ecken der Welt vermutlich auch. Wieso ich gleich 2, fast schon 3 Heimaten haben, dass erzähle ich Ihnen ein andermal. Jedenfalls hat eine Erzieherin aus meiner Geburtstadt Oberhausen einen Brief an den Tünnes mit den Siebenmeilenstiefeln geschrieben und ich habe darüber so lachen müssen – die Freude will ich teilen. Hier. Und ja doch: Ich bin immernoch in Ferien und freue mich an den Rosen im Garten und den Lilien in der Dachkammer… Das hier, das ist nur so ne Art Urlaubskarte. Ich wünsche allseits eine Gute Nacht, und schöne Träume.
Wetter gut, Essen gut, Alles primstens. Alles wie zu Hause. Gruß Mimii. (Frau Müller lacht mal wieder)
Was für uns in Langenhorn gerade von ganz besonderem Interesse ist, das habe ich in 2 Auszügen kopiert. In der kommenden Woche werde ich darauf noch einmal zurückkommen. Jetzt mache ich gerade Ferien von der Politik. Aber Sie sollen sich informieren können, deswegen ist am Ende des Beitrags ein Link zum Download angefügt. Hier also die Auszüge:
Moinsen. Himmel graublau mit Schäfchenwolken, trocken, kein Wind. Mehr lässt sich noch nicht sagen Auf jeden Fall aber ist dies der Tag, an dem für mich sowas wie “Urlaub” beginnt. Retreat, innere Einkehr. Ich schreibe jetzt seit Monaten, ohne Pause, und wenn ich nicht schreibe, lese ich. Zeitungen, Gesetzestexte, B-Pläne, Gerichtsurteile und vieles mehr. Um 6 fängt mein Arbeitstag an, um 22 Uhr sitze ich oft immernoch am Schreibtisch. Und es ist ein “Arbeitstag”, einer von der Art, wie ich sie nicht will. Das muss so intensiv sein, denn andernfalls gibt es keine Spaziergänge an der Tarpenbek mehr…