Verhältnismäßigkeiten

Ich hab eben eine Zeitung aus dem Briefkasten geholt. Welche spielt keine Rolle, denn es steht kaum eine hinter irgendeiner Anderen zurück.
Und ich will das jetzt gar nicht weiter kommentieren –  ich will es einfach nur notieren.

38 Gramm Zeitung. 312 Gramm Werbebeilagen.

Eilmeldung: Frühling ausgebrochen

Wenn Sie am Samstag oder heute, am Dienstag auf dem Markt waren, dann haben Sie bestimmt bemerkt, daß dort der Frühling Einzug gehalten hat. Nick Sommer, ein fabelhafter Mensch, den vielleicht auch Sie schon kennengelernt haben, hat an beiden Tagen dort Tulpen, Hyazinthen, Narzissen und Primeln gepflanzt. Die Blumen haben Langenhorner Bürger ganz nach ihrem eigenen Geschmack und Geldbeutel auf dem Markt eingekauft, ihm gegeben und er hat sie für uns gepflanzt. Einfach so. Uns zur Freude. Und am kommenden Samstag wird er es wieder machen. Wird da sein, wird warten, daß wir ihm Blumen bringen und sie einpflanzen. Ist das nicht wunderbar ? Langenhorn blüht auf.
Nick macht viele bemerkenswerte Dinge, die uns im Alltag erfreuen und er steckt andere mit seinem Tun an. Davon werde ich Ihnen in der nächsten Zeit mehr erzählen. Heute wollte ich Ihnen nur sagen: Das wundervolle Beet ist nicht vom Himmel gefallen. Es ist keine gute Gabe irgendeiner Partei oder der Stadt Hamburg und auch kein Blumenbeet-Förderprogramm der EU. Es ist ein Geschenk das Langenhorner sich selbst gemacht haben. Und ein Geschenk eines Menschen mit großem Gemeinsinn an uns alle, die wir uns an seiner Idee und Arbeit erfreuen. Danke !
Wenn auch Sie noch etwas zum Frühlingserwachen beitragen möchten: Am nächsten Samstag ist das noch einmal möglich

Ein Blick in die Freie Dachkammer Langenhorn

Professor Paul Bär bei der Arbeit, denn Frau Müller ist arg verschnupft…

Ich hoffe, Sie sind gut in dieses Neue Jahr gekommen und es hat Sie noch nicht erwischt. Mich schon. Ich schniefe, huste und schnupfe schon eine Weile vor mich hin, bemitleide mich ein wenig selbst, trinke Lindenblütentee und Hühnerbrühe und halte mich ansonsten tapfer. Hin und wieder denke ich auch an Sie und dass Sie schon vergeblich hier waren, um festzustellen: Nix Neues. Dass Sie da waren, das weiß ich. Das kann ich sehen. Und dazu möchte ich Ihnen auch gleich etwas sagen: Ich sehe, daß Sie da waren – aber ich weiß nicht, wer Sie sind und werde es auch nie wissen. Ihre IP-Adresse lasse ich mir nicht mitteilen: speichere sie also auch nicht. Das geht nämlich durchaus, der eigenen Neugier Grenzen zu setzen, und auf dieser Seite ist das so. Auch wird hier keine kommerzielle Werbung gemacht. Hier wird überhaupt vieles ganz anders sein, als Sie es gewohnt sind. Wenn Sie ein Buch bestellen wollen, so brauchen Sie es nicht vorauszuzahlen. Ich vertraue Ihnen. Das generelle Mißtrauen, das in unserer Gesellschaft immer weiter um sich greift, ist ein schreckliches Gift. Treten wir dem nicht entschieden entgegen, wird es verheerende Folgen für unser gesamtes Zusammenleben haben. Doch davon später, heute wollte ich Ihnen nur sagen: Ich wollte, aber ich konnte nicht. Mir geht es mit jedem Tag besser, und wenn ich dann ganz genesen bin, dann werden Sie täglich Neues vorfinden, immer ganz frisch …

Gestern an der Glühweinbude…

Wie ich so durch die Stadt geh, da seh ich ihn da sitzen, an der Glühweinbude: weißer Bart, rote Jacke,  ich denk : den kenn ich doch. „Sag mal bist Du das ?“ „Ja“ antwortet er, „ich bins“.  „Und dann stehst du hier noch rum, sag mal, hast du nix zu tun? Meinst Du nicht, dass die Zeit drängt?“ „Nö,“ sagt er, „mich drängt nichts mehr, für mich ist es vorbei, nach 2000 Jahren hat sich das jetzt alles erledigt, meine Arbeit, die bin ich los… „.

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Advent, Advent.

Es war ein fabelhafter 3. Samstag auf dem Markt. Einer, der geeignet ist, einem Hoffnung zu machen. So wunderbare Menschen – und da soll sich die Welt nicht doch noch retten lassen? Gut, die Aussichten sind trübe, aber das muss ja nicht so bleiben… Frau Müller sitzt mal wieder an der Tastatur und schreibt sich was.Ihnen natürlich auch.

bild mit kerzen
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