Ein Rückblick auf den Herbst 2020. Das Langenhörnchen auf dem Weg zur Nussernte.
Moinsen. Es ist trocken und trüb, kein Wind, kühle 13 Grad. Heizungswetter. Gestern tagte der Regionalausschuss, es stand erstmal nichts auf der Tagesordnung, was mich veranlassen hätte können, hinzugehen. Die Drucksache 21-2722 kam dann als “Tischvorlage”, da hätten wir eh keine Spaziergänge mehr machen können, um noch einen letzten Blick auf die zur Fällung anstehenden Bäume zu werfen. Dass ich das hätte tun mögen, ist ja nur meinem Mißtrauen geschuldet, wenn die Worte “Verkehrssicherheit” und “Tarpenbek” gleichzeitig in einer “Tischvorlage” auftauchen… Heute suche ich erstmal eine Arztpraxis auf, ich bin nach wie vor in der Genesungsphase und da muss das sein…Die Zeitung von gestern leg ich Ihnen raus, mit einer sehr guten Nachricht, für uns und unser Diekmoor, eine Kanne Kaffee steht auf Ihrem Tisch und ich bin dann erstmal weg…
Ich hab so viel geschrieben in den vergangenen rund 20 Monaten, da gerät manches leicht in Vergessenheit. Doch so ein Tagebuch ist eine feine Sache. Man kann immer mal wieder drin blättern und sich alles in Erinnerung rufen.
Nachwuchs auf der Bühne meines Fenstertheaters. Eines der diesjährigen Dompfaff-Kinder.
Moinsen. Bedeckt, trocken, wenig Wind, nur 16 Grad. Ich sitze einfach nur rum und schaue aus dem Fenster… Von mir haben Sie also heute nichts Neues zu erwarten, auch dann nicht, wenn andernorts rege Aktivitäten zu verzeichnen sind, um gute Eindrücke zu erwecken. Weil ich ja am Samstag unplanmäßig arbeitete, da habe ich heute frei. Und weil ich sooo müde bin, hätt` ich nicht übel Lust, morgen auch noch ein paar Überstunden abzubummeln… Mal sehen, wonach mir morgen ist 😉 Heute jedenfalls ist Ruhe. Sie können mitruhen und sich vorfreuen, auf das, was da noch kommt. In jedem Falle aber: Bleiben Sie zuversichtlich.
Auf dem Gipfel der Rechtsstaatlichkeit in Langenhorn. Herr Deilmann beim Studium der Geschäftsordnung.
Bevor ich (in der nächsten Woche) auch auf die Sitzung der Bezirksversammlung deutlich eingehe, möchte ich heute zeitnah auf die „Kritik“ von Herrn Noß (SPD) antworten, in der er das “Erzeugen einer Stimmung des Misstrauens” beklagt.
Nun weiß ich ja nicht, wer denn seiner Meinung nach diese Stimmung „erzeugt“, aber ich will ihm gern antworten, auch ohne mich direkt angesprochen zu fühlen. Für mich kann ich sagen, dass ich deutlich mehr bin, als „nur“ mißtrauisch. Wenn weitere Menschen ebenfalls mißtrauisch sind, dann, weil das aus zahlreich gegebenen Anlässen nicht nur angebracht, sondern ganz offenkundig notwendig geworden ist. Nicht jeder aufrechte Demokrat schläft anhaltend den Schlaf der Gerechten. Manche werden wach, reiben sich verwundert die Augen – und stehn dann auch mal auf…
Wenn die SPD, weil sie sich in eine Koalition mit Grünen begeben hat, für sich befindet, blind vertrauen zu wollen, so ist das allein ihre Sache. Von mir jedenfalls kann ein solch blindgrünes Vertrauen niemand erwarten. Wenn Herr Noß meint, Mißtrauen seie „in diesem Falle“ nicht berechtigt, so kann ich, nach den Erfahrungen, die ich nun 20 lange Monate gemacht habe, feststellen: Es ist in nahezu JEDEM Falle gerechtfertigt, ganz besonders aber in diesem…
Ich dachte, ich leg die mal hin. Ich selbst bin ja raus aus der politischen und demokratischen Pubertät und schon lange standhaft mündige Bürgerin, aber der ein oder andre braucht die Pillen wirklich dringend…
Moinmoin… Da staunen Sie, nicht wahr? Ich auch. Ich wollte ja erst in der nächsten Woche wieder an der Tastatur sitzen. Aber kaum hatte ich mich ins Wochenende verabschiedet, die Füße hochgelegt und mich der Zeitungslektüre gewidmet, da las ich einen Artikel, in der von der Tarpenbek-Planung berichtet wurde, und über eine dazu gemachte “Einlassung” aus dem politischen Raum. Geäußert hat sich der Herr Noß von der SPD, der den Vorsitz “unseres” Regionalausschusses FOLAG übernehmen soll. Am Montag, um genauer zu sein, da steht das wohl auf der Tagesordnung… Seine Wortmeldung, die ich höflich “mutig” nennen möchte, gepostet in einem (a)sozialen Medium, können Sie im Wochenblatt nachlesen, das in Ihrem Briefkasten liegen müsste. Aber hier finden Sie es auch. Lesen Sie in aller Ruhe, es steht viel drin, auch über die hiesige “Informationspolitik” und “Sitzungsöffentlichkeit”, ich gehe jetzt erst einmal zum Markt. Und wenn wir alle dann alles erledigt haben, was an einem ganz normalen Samstag auf unserem Zettel steht, dann treffen wir uns hier wieder. Zu einer hübschen kleinen Sondersendung. Es gibt nämlich Dinge, die kann man keineswegs unwidersprochen im luftleeren Raum stehen lassen. Und die verlangen nicht nur eine sofortige Korrektur, – sie haben sie auch verdient. Also reden wir gleich mal Klartext… “Warnhinweis” : Empfindliche Politikerseelen stellen sich besser schon mal Melissengeist bereit. Baldrian wird da wohl nicht mehr reichen…
Brummsummse. Freiluftinsektarium im Dahliengarten.
Moinsen. 15 Grad, die Sonne ist angeknipst, es windet. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich wirklich richtig richtig gut geschlafen. Ich wußte nicht, wie sich das anfühlen würde, wenn das alles erst einmal vorbei wäre, dieses Ringen um die Tarpenbek, um Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Jetzt weiß ich`s: Gut. Es fühlt sich sehr sehr gut an… Und diese angenehme Gefühlsmischung, aus tiefem innerem Frieden, persönlicher Freiheit und Heiterkeit: Die will ich erstmal ein paar Tage genießen, ganz für mich allein, bevor ich mich danach noch einmal an diese Tastatur setze, um Ihnen in angemessenen Worten zu erzählen, wie das war, gestern, bei dieser Demokratie-Simulation….
Moin am Nammittach, trüb, 17 Grad, Sonne im Herzen. Ich habe eine Menge Gespräche geführt in den letzten Tagen und Stunden und jetzt habe ich auch keine Zeit, ich bereite mich auf die Bezirksversammlung vor, die heute um 18 Uhr stattfindet. Und auch Sie können “Live” dabei sein, und ich kann Ihnen das heutige Programm nur empfehlen. Sie ahnen ja gar nicht, wie spannend “Lokalpolitik” sein kann. Mein “Fernseh”tipp des Abends lautet also: Bezirksversammlung. Hier unten, da können Sie sich einlinken, um die letzte Folge der zweiten Staffel der “Tarpenbek-Trilogie” nicht zu verpassen…
Da war mir jetzt nach. Ich komm nämlich hier aus dem Lachen gar nicht mehr raus, und da dachte ich, ich könnt`s ja teilen, vielleicht ist es ansteckend und dann hätten wir alle endlich mal was Gutes von einer Infektion …
Wie auch immer, ich mach jetzt Schluss für heute und es mir mit einem Becher Popcorn und einem Glas Milch bequem, und schau heute einfach nur noch zu…
P.S. Selbstverständlich steht Ihnen morgen ein Livestream zur Verfügung. Steht jedenfalls so in der “Öffentlichen Bekanntmachung” der Tagesordnung: “Bürgerinnen und Bürger haben zudem die Möglichkeit die Sitzung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord online im YouTube-Livestream mitzuverfolgen. Der Livestream ist am Sitzungstag unter folgendem Link erreichbar: https://www.youtube.com/channel/UCqrsgHJCov690lbtU4VOUFA/?guided_help_flow=5 “. Und alles Andere wäre ja auch wirklich sehr….wunderlich, nicht wahr?
Ich dachte, ich sag`s mal. Weiß noch nicht jeder… Aber jetzt. Ein kostenloser Service der Freien Dachkammer Langenhorn.
Demokratische Politik funktioniert von unten nach oben. Dörfer und Städte, in denen wir leben,geben Halt in einer komplexen Welt,daher sind Kommunen zu stärken. Die Regionen brauchen (…) mehr Einfluss und Gewicht. Demokratische Entscheidungen müssen so nah wie möglich an den Bürger*innen getroffen werden und immer dort, wo sie am besten zu verwirklichen sind (…)
Städte und Gemeinden sind die Orte, an denen sich unser Zusammenleben abspielt, an denen Demokratie anschaulich und lebendig wird. (…)
Ich willet ma muttersprachlich kommentiern: Im Einzuchsgebiet von datt Bezirksamt Noad is dä Anschauungsunterricht grad besonnders lebendich… …
„Die Menschen gleichen sich in den Worten, aber an den Taten kann man sie unterscheiden.“ (Molière).
Sozusagen als “Pausenfüller” stell ich Ihnen mal ein paar kurze Auszüge aus dem niegelnagelneuen Grundsatzprogramm der Grünen ein:
” Demokratie ist angewiesen auf Demokrat*innen. Die Freiräume einer starken und lebendigen Zivilgesellschaft sind zu schützen, auch kritischen Stimmen muss politisches Gehör gelten. Demokratie beginnt vor Ort. Ohne bürgerschaftliches Engagement und vielfältige Ehrenämter würde unser Gemeinwesen nicht funktionieren. Demokratie lebt von Menschen, die sich für andere engagieren und unser Gemeinwesen mitgestalten in Bürgerinitiativen (…) in Bewegungen und in anderen Bereichen der Zivilgesellschaft. Solches Engagement ist der Kitt, der unsere pluralistische Gesellschaft zusammenhält.”
“Um sich demokratisch engagieren und sich souverän und selbstbestimmt entscheiden zu können, braucht es die Möglichkeit zur unabhängigen Information. Transparenzgesetze für den Zugang zu öffentlichen Informationen beugen Korruption vor und sorgen für mehr Möglichkeiten der demokratischen Kontrolle.”
“Parlamente sind zentrale Orte der politischen Debatte und das Rückgrat unserer vielfältigen Demokratie. Abgeordnete brauchen Unabhängigkeit und starke Kontrollrechte gegenüber der Regierung. Parlamentarismus braucht das Ringen um beste Lösungen zwischen Regierung und Opposition. Gleichzeitig trägt inhaltliche Zusammenarbeit abseits von starren Fraktionsgrenzen (…) zum Finden dieser Lösungen bei. Für das Vertrauen in demokratische Verfahren ist es zentral, die Nachvollziehbarkeit von Regeln, Prozessen und Ergebnissen gewährleisten zu können (…) “
“Ziel einer lebendigen Demokratie ist es, möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre konkrete Lebensrealität und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Alle öffentlich tagenden politischen Gremien sollten über das Internet sicherstellen, dass die Sitzungsunterlagen rechtzeitig, vollständig und barrierefrei zur öffentlichen Einsicht bereitgestellt werden.”