Der 10. Juli – Ersttagsbrief vom Bezirksamt.

Ich wollte am Nachmittag nur ein Stündlein geschlafen haben – nun ist es 22.30 Uhr. Das kommt von der Gartenarbeit und viel Frischluft. Jedenfalls bin ich nun putzmunter und Sie knuspern vermutlich schon am Bettzipfel. Aber den Brief wollte ich Ihnen doch noch reinstellen, damit Sie sich auch schon mal ein paar Gedanken darüber machen können. Zunächst ist man ja … verwirrt. Auch ich war verständnislos, brauchte ein, zwei Anläufe und ein paar Skizzen und Notizen. Aber vielleicht gelingt es Ihnen ja auf Anhieb das Wesentliche zu erkennen…
Morgen (oder am Wochenende) schreib ich Ihnen dann, was ich von dieser Antwort halte. Und dem Bezirksamt schreibe ich das dann auch noch. Auch wenn man sich dort “abschließend” nicht in der Lage sieht “unsere Flächen für die Allgemeinheit zu öffnen.”
Kann ja passieren, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
Besonders im Gesetzesdschungel. Der ja scheinbar derartig dicht ist, dass “Behörde” nicht einmal ein einziges Bäumchen beim Namen nennen kann…

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Moin. Donnerstag,16.Juli 2020. Markt Schmuggelstieg.

Urlaubskarte von Prof.Bär . Experten unter sich…

Moin. 15 Grad, Himmel zartblau, mit Schäfchenwolkenherden von Ost, Sonne im Anmarsch, kein Wind, kein Regen, keine Zeitung. Kaffee ist ebenso aus wie Tee…
Gestern habe ich den ganzen Vormittag im Garten gearbeitet. Das tat mir gut, das mach ich heute wieder. Ich hab sofort nach dem Aufstehen den Brief vom Bezirksamt nochmal gelesen, denn wenn der Herr es den seinen im Schlaf gäbe, dann müsst ja für mich ein Fünkchen Verständnis dabei sein, dacht ich, aber: Nix. Ich versteh das Bezirksamt einfach nicht. Da bekommt man endlich Post und dann versteht man nix. Tzzz. Sapperlot! Ich brauch erstmal ein Semesterchen Rechtschinesisch. Mi-Hau, wie das Katerchen sagt. Klar ist nur eins: Die Tarpenbek bleibt für uns auch weiter unerreichbar, man versichere aber “dass unsere Fachdienste mit Hochdruck daran arbeiten, wie und ob eine regelkonforme Wegeverbindung hergestellt werden kann. Gespräche mit dem Grundeigentümer (Lig) fanden bereits statt.” Da denk ich jetzt bei der Gartenarbeit weiter drüber nach…
Die Sache mit der Gerichtsvollzieherin, die war schon gut, nicht wahr? Ich hatte viel Freude daran 😉 Ich hab Sie noch….

update: Gegen Abend stell ich das Antwortschreiben vom Bezirksamt ein.

Wenn der Gerichtsvollzieher dreimal klingelt …

SommerStrauss.

Ist ein bißchen später geworden, manchmal passieren ja Dinge, die man nicht voraussieht. So wie heute. Jetzt aber komme ich endlich auf den Brief zu sprechen, den ich gestern erhielt. Akte Tarpenbek. Wie Sie ja wissen erhielt ich weder von der “Fachabteilung” des Bezirksamtes noch von der Pressestelle die erbetenen Auskünfte. Und auch der Senat, den ich anschrieb, hat auf mein Schreiben in keiner Weise reagiert… An diesem Sachverhalt hatte sich lange Zeit nichts geändert. Bis gestern.
Und heute.

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Moin. Es ist Mittwoch, 15. Juli 2020

Milo. Neuer Mitbewohner der Freien Dachkammer Langenhorn.

Moinsen. Himmel graubleuverwölkt, es hat geregnet in der Nacht, die Sonne versucht durchzudringen, obs ihr gelingen wird, ist noch nicht raus…
Milo, ein ziemlich unbeschreiblicher Kater, lebt nun auch hier mit uns und treibt seine Schabernacks. Er entdeckt gerade eine für ihn fremde große Welt, mit überschäumender Lebensfreude und einer großen Leidenschaft für`s Fliegenfangen. Jeder hat eben so seine Hobbys 😉 .
Soweit die erste Nachricht, im Laufe des Tages erzähl ich Ihnen dann von dem Brief, den ich gestern bekommen habe und was es mit ihm auf sich hat. Jetzt wünsch ich Ihnen erstmal einen guten Start in den Tag, der nun wieder mit dem vereinzelten Dröhnen von Flugzeugmotoren beginnt. Aber vielleicht hört das im September ja auch schon wieder auf, wenn alles ungeduldig und besinnungslos verspielt worden ist, was wir gewonnen hatten…

Ein denkwürdiger Tag. Le 14 Juillet. Deux mille vingt.

SommerStrauß.

Ich bin spät dran, ich weiß. Ich war heut wortkarg, ach was, mir war ganz und gar nicht danach zu schreiben. Ich habe einen sehr geliebten Menschen verloren, wir haben mit Freude unsere Alltage miteinander verbracht, jeder einzelne Moment war glücklich, wir waren einander so vertraut…Das steckt ich nicht so einfach weg, daß meine Freundin gegangen ist…
Wie auch immer: Ich habe heute Post bekommen und wie Sie sich ja mittlerweile denken können: Nicht vom Bezirksamt. Aber irgendwie…ja doch…vom Bezirksamt. Ein Brief, auf den ich gewartet habe und von dem ich Ihnen die ganze Zeit schon hab erzählen wollen, denn ich wusste ja, dass ich ihn erhalten würde… Ging aber nicht, musst ich erst abwarten… Ich hab drauf gebrannt, Ihnen davon zu erzählen – nun ist er da und ich bin zu müde und bringe einfach nicht genügend Humor auf, um dieses Schmankerl in angemessener Form vor Ihnen auszubreiten. Was ich für heute noch sagen wollte: Es gibt Neuigkeiten. Morgen. Und eine gute Nacht wollt ich wenigstens gewünscht haben, wenns schon mit dem “Guten Morgen” nicht geklappt hat….Schlafen Sie gut.

Montag, der 13. Juli. Der 13te Tag.

Der erste Tag war leicht
der zweite Tag war schwerer
Der dritte Tag war schwerer als der zweite

Von Tag zu Tag schwerer:
Der siebente Tag war so schwer
daß es schien er sei nicht zu ertragen

Nach diesem siebenten Tag
sehne ich mich schon zurück.

(Erich Fried)

Sonntag, 12.Juli 2020.

Moin. Himmel hellblau, weiße Wölkchen, wenig Wind, Sonne scheint, hoffentlich mal für ein paar Stunden, bevor wir hier noch allesamt trübsinnig werden. Aber besser trübsinnig in Langenhorn als völlig durchgeknallt am Ballermann oder beim Corona-Cornern “Auf Schanze”… Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und gönn mir selbst auch einen. Bis dahinne …

Samstag. Markttag. 11. Juli 2020.

Auf dem Weg zur Tarpenbek.. In dieser Woche…

Moin. Himmel graublau, Wolken, regnet mal nicht, Sonne brach um 6Uhr35 durch.
11 Grad. Zeitung. Kaffee steht auf dem Küchentisch. Ich bin noch müde, kalt ist mir auch – ich leg mich nochmal in die Kissen, die sind noch schön warm…

10. Juli 2020. Alle Hamburger Bäume wachsen.

Einer kann weg…. Der andere wächst ja weiter….

Moin. Ich fang mal mit der Nachricht des Tages an. Wussten Sie schon, dass alle Hamburger Bäume wachsen? Ja! Ganz unglaublich, nicht wahr? Schiet op diese blöden Ausgleichspflanzungen, die werden völlig überbewertet. Man kann ruhig ein paar Bäume mehr fällen, unterm Strich ist das alles primstens, denn die anderen wachsen ja weiter… Man kann das wirklich kaum glauben , mit was für einem unglaublichem Scheiß manch einer glaubt, die eigene Unfähigkeit (oder den Unwillen) auch noch intellektuell verbrämen zu können.
Hier, am Ende des Zeitungsartikels, habe ich übrigens gestern noch eine Petition gegen den Abriss der Seeterrassen in Planten un Blomen unterschrieben.
Auch dies ein Vorgang, den ich ganz unglaublich finde…
Und nun zum Wetter: alles nass, alles grau in grau und recht frisch. Gut für die “Biomasse”. Hoffentlich rechnet da nicht sofort jemand aus, wieviel Baum sich dafür “unbeschadet” fällen lässt.
Soweit die Morgenlage. Nun wappnen wir uns besser gut für diesen neuen Tag. Wer weiß schon, was er noch für politische Blüten treibt…
Sollten Sie allerdings im “Bezirk Mitte” residieren, dann können Sie ganz entspannt bleiben. Wissen Sie ja: “Mitte first.” Da kommt auch das größte Schaf noch ungeschoren davon…

update: Mein Gatte machte mich gerade darauf aufmerksam, dass ich das mal wieder alles völlig falsch verstanden habe. Die Bäume mussten ersatzlos gefällt werden, weil sonst diese ganze stetig wachsende Biomasse viel zuviel wird. Am Ende erschlägt uns das Zeug noch…