Den Flachpfeifen nicht die Welt überlassen.

Kann losgehen ….

Ich hab die Tränen weggewischt, das Näschen, die Brille und die Fenster geputzt und sehe nun wieder ganz klar. Ich kann auch wieder richtig hören, ich hab nämlich die Stöpsel aus den Ohren gezogen, die ich aus Gründen des Selbstschutzes reinstecken musste. Und wer ist da der Erste, den ich sehen, hören und ertragen musste? Herr Lindner. Und den werde ich mir mal als Allerersten vornehmen, diesen eitlen Maulhelden, der meint er könnt was und er wüsst was…
Ja, es geht weiter mit meinem Volkstheater. Das kommt ja überhaupt nicht in Frage, daß unwidersprochen bleibt, was mancher einer, der ansonsten keinen Arsch in der Hose und wenig Geist in der Birne hat, in diesen Tagen absondert. Und ich darf Ihnen versichern: aus jeder Krise geh ich immer gestärkt hervor…Und den großen, den letzten Durchbruch – den hab ich jetzt gemacht. Er liegt hinter mir und vor mir ist: Ein weites Feld. Meines.

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Lesen. Und sich selbst erheitern…

Jetzt. Auf meinem Schreibtisch. Betörender Duft.

Ich denke gerade zurück, daran, wie das alles anfing, hier auf dieser Webseite. Welche Freude es mir bereitet hat, damals, noch gar nicht so lang her, als ich begann, eine Komödie zu schreiben. Grüne Seife. Wie ich mir hab über die Schulter sehen lassen dabei, wie fröhlich ich war und was ich alles lernen musste. Damals. Vor nur 2 Monaten, nicht lang her und so weit weg. Wieviel Freude ich daran hatte… und die Links, die ich damals einfügte. Diesen hier ,vom Ende eines Beitrags, ich drückte ihn heute, ohne mich zu erinnern, was sich dahinter verbarg… Als ich es hörte, da empfand ich …Glück. Für eine kurze Zeit nur, aber Glück.
Das Glück ist immer nur eine Sache von Sekunden. Doch reiht man diese Momente auf eine Kette, wie Perlen, dann ist es … das Glück des Lebens.

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Mittwoch, 22. April 2020, Tag der Erde

Die Letzten ihrer Art.

Sonnig, weiter zu trocken, die Einzige, die für einen kurzen Moment aufatmen kann, ist die Erde. Wohl nicht mehr lange, die “Arbeit” am “weiter so” läuft auf Hochtouren. Ich hatte mal Hoffnung für uns alle. Sie schwindet mit jedem Tag. Das liegt nicht an jenen, die ihre “Produktion hochfahren” wollen, von ihnen habe ich nichts anderes erwartet.
Auf dem Schreibtisch liegt wieder ein Tagebuch aus Papier. Und mein Federhalter…
Moin. Die Antwort auf meine Fragen liegt längst auf dem Tisch. Ich kann sie schon sehen, will sie aber (noch) nicht wahrhaben. Noch ein, zwei Tage in der Natur, dann werde ich sie ertragen können…

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Von guten Vorbildern. Und ganz miserablen.

Blick aus dem anderen Dachkammerfenster. Gestern.

Ich las gerade diesen Artikel, der in ähnlicher Form gerade in vielen Zeitungen steht.
Ausgerechnet der Hamburger Bürgermeister ist derjenige, der von “Fruchtlosigkeit der Empfehlungen” redet. Und deshalb erlaube ich mir ihn an sein “Geschwätz von gestern” zu erinnern. Im März war ihm das alles noch nicht wichtig. Klar, da gabs keine Masken. Die mussten sich die Bürgerinnen erst selbst nähen und sich dafür verspotten lassen. Und je mehr sie nähten, desto mehr wurden getragen. Und nun sagt dieser Mann, von dem man ansonsten so viel nicht hört, die bisherigen Empfehlungen zum Tragen von Masken hätten nicht ausreichend gefruchtet. Das ist eine bodenlose Frechheit. Erst am vergangenen Freitag wurde eine Empfehlung ausgesprochen, vorher las ich rein gar nichts davon – oder aber das Gegenteil. Ich erwarte, ganz allgemein und von allen politisch Verantwortlichen, dass sie aufhören, das eigene Versagen, die eigene Unklarheit, immer wieder den Bürgern anzudichten und anzulasten.
Das ist unanständig und es trägt in keiner Weise dazu bei, Vertrauen zu schaffen. Ein Vertrauen, das herzustellen, bitter nötig ist.

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Moin. 21. April 2020. Dienstag.

Kreidezeichnung auf Beton. Unbekannte Künstler*in. Masen.

Ich weiß immer noch nicht, wann ich zurückkehren werde, an diesen Schreibtisch, um dieses Tagebuch fortzusetzen. Ob überhaupt. Ich hoffe, daß die Antwort auf diese Frage mich findet. Ich jedenfalls kann sie nicht finden… Man sieht sich… Irgendwann. Irgendwo.

Fast vergessen: Die Zeitung In Hamburg, wenn Menschen demonstrativ auf die Verhältnisse in den Lagern in Griechenland aufmerksam machen wollen, dann wird auf strikte Einhaltung von Regeln geachtet. Und in Berlin findet das statt? Das ist unfassbar!

Und dann noch eine kleine Denksportaufgabe. Kombinieren üben.

Wenn der Wind sich plötzlich dreht. Zwischenruf aus dem Seitenaus. Including one update.

Herr Deilmann studiert unterm Citronenboom…

Sie wissen, dass zumindest Kai Dieckmanns “storymachine” angefangen hat, Geschichten zu erzählen, zu “narrativieren”. Ich habe Ihnen dazu in den vergangenen Tagen schon Links eingestellt. Hier noch ein besonders informativer. Glauben Sie nicht, das seien die Einzigen, die hier am Werke sind.

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Genug für heute. Nur für heute?

Ich mag heute nicht mehr schreiben. Es ist wieder sehr spät geworden und ich bin mir am Ende dieses Tages auch nicht klar darüber, was die Veränderungen, die die letzten Wochen in mir hervorgerufen haben, bedeuten. Ob sie für mein Leben eine größere Bedeutung haben, als ich zur Zeit absehen kann. Da ist vieles, über das ich mir klarer werden muss, als ich es zur Zeit bin. Morgen werde ich mir deshalb wieder eine Auszeit nehmen, kann sein, dass sie dieses Mal länger dauert, kann auch sein, das ich mich gar nicht mehr an diesen Tisch setze, an diese Tastatur. Ehrlich, ich hab wirklich keine Ahnung, ob und wie es hier weitergeht. Ich muss das erst herausfinden. Ich weiß, daß ich in meinem Garten arbeiten will, daß ich nur dort alles bedenken kann, daß ich mich dort besser fühlen werde, als an dieser Tastatur.
Ich hätte schon heute hinausgehen sollen…Schlafen Sie wohl. Und hören Sie der Nachtigall zu, wenn sie singt…

Erinnerungen an Hugo Scheiermann. Navigare necesse est. Zitate.

Der Freund, den ich damals in seinem Leben und Sterben begleitete war Hugo Scheiermann. Er, der überzeugte Sozialdemokrat, trat nach 50 Jahren Mitgliedschaft, schweren Herzens, aus der SPD aus, als Schröder das “Bündnis für Arbeit” “gründete”.
“Wenn ich das schon höre” hatte er gesagt, ” dann weiß ich genug. Bündnis, dass ich nicht lache. Mit dem Kapital kann man keine Bündnisse schließen. Die Interessen des Kapitals sind nie die Interessen der Arbeiter gewesen und werden es nie sein. Mit denen ist kein Bündnis zu schließen.” Recht hatte er. Schröder war und blieb ” Der Genosse der Bosse.”
Er, der 70 Jahre lang Gewerkschafter war, sagte zu einem Verdi-Geschäftsführer : “Geschäftsführer der Gewerkschaft bist Du ? Wenn ich das schon höre, so ein Unfug. Eine Gewerkschaft hat keinen Geschäftsführer, denn sie treibt keine Geschäfte. Eine Gewerkschaft hat Sekretäre. Und die schreiben auf, was die Gewerkschaften wollen.
Und allein deren Interessen hast Du zu vertreten.Sonst keine.” …

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Hamburg. Das Tor zur Welt. Für jeden?

Freie Dachkammer Langenhorn. Heute. Von außen betrachtet.

Ich war damals also umgezogen, nach Hamburg. Ich, die ihre Heimat und die Menschen die dort lebten, so sehr liebte, dass ich sie nie wieder verlassen hatte wollen, wollte nur noch weg, wollte “hinter den Deich”, wollte runter von der stürmischen See. Ich suchte einen Frieden, den ich im Pott nicht mehr finden konnte…Ich hatte zwei Menschen, die mir sehr am Herzen lagen, in ihrem Sterben begleitet und hatte dabei tiefe Einblicke in unser “Gesundheitssystem” bekommen, war in tiefster Seele erschüttert über die Erfahrungen, die ich damit gemacht hatte…

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