Sonntag, der 19. Juli 2020

Guten Morgen. 18 Grad, kein Regen, kein Wind, keine Sonne. Das Wetter weiß noch nicht, was es will, ich schon. Ich wünsch Ihnen einen schönen Sonntag und kuschel mich jetzt noch mal in die Kissen…

P.S. :
Wußten Sie eigentlich, daß die Wege, die gesperrt wurden, allesamt in einem Landschaftsschutzgebiet liegen? (Teilfläche 103. Interne Gebiets Nr. 2018, Gebiet 2)
Steht so im Schutzgebietskataster, Bearbeitungsstand vom 8. Juni 2020.
“Das Landschaftsschutzgebiet hat seine Wurzeln im Reichsnaturschutzgesetz von 1935. Die dortigen Vorschriften hatten im wesentlichen den Schutz des Landschaftsbildes zur Sicherung seiner Funktion für die Erholung in der freien Landschaft zum Ziel. In den 50er und 60er Jahren wurden, wie überall in der Bundesrepublik, auch in Hamburg eine Reihe von LSG-Verordnungen mit der genannten Zielsetzung erlassen…
(Zitat Hamburg.de, Behörde für Umwelt)
Ich dachte, ich sag`s mal. Scheint “irgendwie” völlig in Vergessenheit geraten zu sein…
Ach ja…es kam dann gestern doch noch ein mail. Vom Freitag… Eine “Automatische Antwort” vom Bezirksamt: #Behörde3 ist derzeit nicht im Dienst. Exakt die gleiche Mail, wie ich sie schon einmal bekam. Bevor mich #Behörde 3 dann am 1. Mai in die Pressestelle abschob. Warten wir also morgen ab.

Moin. Samstag, der 18. Juli 2020

Urlaubsgrüße. Das Hasenschäflein im Klettergarten von Longue Cornet.

Moinsen. Alles frisch bei Ihnen? Ich bin völlig vermuskelkatert, aber zutiefst zufrieden. Im nächsten Leben werde ich gleich Gärtnerin… Sonnig wird es, windstill ist es. Immernoch kein Tee da, Kaffee steht auf dem Küchentisch, Zeitung. Dazu noch Fragen? Nö, nä?
Wie gern hätte ich meiner Freundin heute das Geschaffene gezeigt. Sie kannte meine Pläne für das Bauerngärtchen… Im Winter, wenn alles trist und grau ist, dann erträum ich mir den nächsten Sommer und skizziere, was ich mir für den Garten ausgedacht habe. Das Bauerngärtchen sollte im vergangenen Sommer schon angellegt sein, aber gleich am ersten Arbeitstag hatte ich mir diese bittere Schulterverletzung zugezogen… Nun ist meine Freundin fort. Neben der Bank, die für uns gedacht war, werde ich Rosen pflanzen und Vergißmeinnicht säen. Und wenn ich dann im nächsten Jahr in der Abendsonne dort sitze, dann wird sie wieder bei mir sein. Aus der Trauer werden die wundervollen Blumen der Erinnerung gewachsen sein und alle Tränen getrocknet…
So. Und nun geht es für mich ab in die Maske und auf den Markt. Und Sie? Was werden Sie machen? Ich wünsch Ihnen ein schönes Wochenende, voller Zuversicht, bunter Träume und mit viel Liebe.

Feierabend von der Gartenarbeit.

Ich bin in jeder Hinsicht ein gutes Stück vorangekommen. Gartenarbeit kann sehr fruchtbar sein. Die Pause hab ich vor dem PC verbracht und auch da zeigt das Graben Erfolge. Ich schrieb ja, dass es immer gut ist, wenn man mal was schriftlich bekommt, auch, wenn einem der Inhalt nicht gefällt. Da hat man jedenfalls was, über das man nachdenken kann. “Verstehen heißt: mit dem Herzen hellsehen” ist der Tagesspruch auf meinem Kalender und so betrachtet, bin ich heute überaus hellsichtig. Zwar versteh ich das Bezirksamt immer weniger, aber ich habe doch, nach beherzter und einschlägiger Lektüre, nun ein vertieftes Rechtsverständnis. Das ist sehr schön und wenn ich jetzt Kaffeesatz lese, dann sehe ich uns, wie wir (nachdem das Bezirksamt die “Mühen der Ebene” hinter sich gelassen und den Gipfel der Rechtsstaatlichkeit widerstrebend, aber doch noch erfolgreich erklommen hat) alle wieder an der Tarpenbek spazieren gehen,um uns von dieser ganzen Unbill zu erholen.
Die Sache ist nämlich so…

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Moin. Freitag, 17. Juli 2020

Blüht. Immernoch…

Mor…gähn. 14 Grad, Sonne scheint, Himmel blau, Wind still, Luftfeuchtigkeit hoch, die Autoscheiben sind beschlagen. Es wird ein schöner, sonniger Tag. Gartenarbeit wartet auf mich und ich freu mich drauf. Das alte, mit wildem Wein überwachsene Hühnerhäuschen wird schönster Teil eines kleinen Bauerngärtchens. Zwischen blühenden Stauden, Rosen und Lavendel werde ich im nächsten Jahr auf einem Bänkchen davor sitzen und mich an allem freuen, was ich geschaffen habe…
Kaffee und Tee sind noch immer aus, aber die Zeitung ist da. Und wenn wir dann alle gefrühstückt haben, dann gehen wir ihn tapfer an, den letzten Arbeitstag dieser Woche…

Moin. Donnerstag,16.Juli 2020. Markt Schmuggelstieg.

Urlaubskarte von Prof.Bär . Experten unter sich…

Moin. 15 Grad, Himmel zartblau, mit Schäfchenwolkenherden von Ost, Sonne im Anmarsch, kein Wind, kein Regen, keine Zeitung. Kaffee ist ebenso aus wie Tee…
Gestern habe ich den ganzen Vormittag im Garten gearbeitet. Das tat mir gut, das mach ich heute wieder. Ich hab sofort nach dem Aufstehen den Brief vom Bezirksamt nochmal gelesen, denn wenn der Herr es den seinen im Schlaf gäbe, dann müsst ja für mich ein Fünkchen Verständnis dabei sein, dacht ich, aber: Nix. Ich versteh das Bezirksamt einfach nicht. Da bekommt man endlich Post und dann versteht man nix. Tzzz. Sapperlot! Ich brauch erstmal ein Semesterchen Rechtschinesisch. Mi-Hau, wie das Katerchen sagt. Klar ist nur eins: Die Tarpenbek bleibt für uns auch weiter unerreichbar, man versichere aber “dass unsere Fachdienste mit Hochdruck daran arbeiten, wie und ob eine regelkonforme Wegeverbindung hergestellt werden kann. Gespräche mit dem Grundeigentümer (Lig) fanden bereits statt.” Da denk ich jetzt bei der Gartenarbeit weiter drüber nach…
Die Sache mit der Gerichtsvollzieherin, die war schon gut, nicht wahr? Ich hatte viel Freude daran 😉 Ich hab Sie noch….

update: Gegen Abend stell ich das Antwortschreiben vom Bezirksamt ein.

Wenn der Gerichtsvollzieher dreimal klingelt …

SommerStrauss.

Ist ein bißchen später geworden, manchmal passieren ja Dinge, die man nicht voraussieht. So wie heute. Jetzt aber komme ich endlich auf den Brief zu sprechen, den ich gestern erhielt. Akte Tarpenbek. Wie Sie ja wissen erhielt ich weder von der “Fachabteilung” des Bezirksamtes noch von der Pressestelle die erbetenen Auskünfte. Und auch der Senat, den ich anschrieb, hat auf mein Schreiben in keiner Weise reagiert… An diesem Sachverhalt hatte sich lange Zeit nichts geändert. Bis gestern.
Und heute.

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Moin. Es ist Mittwoch, 15. Juli 2020

Milo. Neuer Mitbewohner der Freien Dachkammer Langenhorn.

Moinsen. Himmel graubleuverwölkt, es hat geregnet in der Nacht, die Sonne versucht durchzudringen, obs ihr gelingen wird, ist noch nicht raus…
Milo, ein ziemlich unbeschreiblicher Kater, lebt nun auch hier mit uns und treibt seine Schabernacks. Er entdeckt gerade eine für ihn fremde große Welt, mit überschäumender Lebensfreude und einer großen Leidenschaft für`s Fliegenfangen. Jeder hat eben so seine Hobbys 😉 .
Soweit die erste Nachricht, im Laufe des Tages erzähl ich Ihnen dann von dem Brief, den ich gestern bekommen habe und was es mit ihm auf sich hat. Jetzt wünsch ich Ihnen erstmal einen guten Start in den Tag, der nun wieder mit dem vereinzelten Dröhnen von Flugzeugmotoren beginnt. Aber vielleicht hört das im September ja auch schon wieder auf, wenn alles ungeduldig und besinnungslos verspielt worden ist, was wir gewonnen hatten…

Ein denkwürdiger Tag. Le 14 Juillet. Deux mille vingt.

SommerStrauß.

Ich bin spät dran, ich weiß. Ich war heut wortkarg, ach was, mir war ganz und gar nicht danach zu schreiben. Ich habe einen sehr geliebten Menschen verloren, wir haben mit Freude unsere Alltage miteinander verbracht, jeder einzelne Moment war glücklich, wir waren einander so vertraut…Das steckt ich nicht so einfach weg, daß meine Freundin gegangen ist…
Wie auch immer: Ich habe heute Post bekommen und wie Sie sich ja mittlerweile denken können: Nicht vom Bezirksamt. Aber irgendwie…ja doch…vom Bezirksamt. Ein Brief, auf den ich gewartet habe und von dem ich Ihnen die ganze Zeit schon hab erzählen wollen, denn ich wusste ja, dass ich ihn erhalten würde… Ging aber nicht, musst ich erst abwarten… Ich hab drauf gebrannt, Ihnen davon zu erzählen – nun ist er da und ich bin zu müde und bringe einfach nicht genügend Humor auf, um dieses Schmankerl in angemessener Form vor Ihnen auszubreiten. Was ich für heute noch sagen wollte: Es gibt Neuigkeiten. Morgen. Und eine gute Nacht wollt ich wenigstens gewünscht haben, wenns schon mit dem “Guten Morgen” nicht geklappt hat….Schlafen Sie gut.

Montag, der 13. Juli. Der 13te Tag.

Der erste Tag war leicht
der zweite Tag war schwerer
Der dritte Tag war schwerer als der zweite

Von Tag zu Tag schwerer:
Der siebente Tag war so schwer
daß es schien er sei nicht zu ertragen

Nach diesem siebenten Tag
sehne ich mich schon zurück.

(Erich Fried)