Wan-Zen. Von der Kunst, ein Schild zu reinigen.

Wan-Zen, der Drache der vollendeten Weißheit

Montag. Eine neue Woche beginnt. Ich hoffe, Sie hatten ein ebenso geruhsames Wochenende, wie ich es hatte. Dann frisch ans Werk. Sie an Ihres. Ich an meins. Und die muntere Truppe in der Dachkammer muss auch wieder ran. Wie Wan-Zen sagt: Wenn viel schwer – muss viel üben!

Gong. Vorhang geht auf. Ort: Dachkammer, Zeit: Abend, im Schein von Teelichtern, Rosen- und Hyazinthenduft hängt in der Luft. Die Dachkammerpoetin und Paul haben sich auf ihrem Lager zusammengerollt und schlafen schon wieder. Das Hasenschaf hat eine Weile an der Mimi herumgerüttelt, um sie zu wecken, dann hat der Kater es mit Samtpfoten in seine Schranken verwiesen…

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“Zeige deine Wunde.”

Moinsen, meine Besten. Sie haben es bemerkt: Ich war zur Samstagsvorstellung nicht da. Ich hab mich nach dem Marktbesuch “ein Stündchen” hingelegt und bin erst nach Mitternacht wieder wachgeworden. Und weil er wirklich toll war, dieser Schlaf, lecker, lang, und tief, da hab ich mich gleich noch einmal rumgedreht und weiter geschlummert. Ich war nahezu das ganze vergangene Jahr krank, doofe Schulterverletzung, konnte monatelang nicht liegen und schlief auch nicht, sondern dämmerte vor mich hin. Es waren Nerven gequetscht, die Schmerzen verursachten, die man auch dem ärgsten Feinde nicht wünscht. Wie auch immer: Hin und wieder holt mein Körper jetzt Schlaf nach. Ne völlig neue Erfahrung für mich. Und ich lass ihn dann auch ruhen. Heute wohl auch. Manchmal kann ich auch die Finger nicht schmerzlos bewegen, alles in allem geht es aber zügig aufwärts und immer besser. Ich dachte, ich sag Ihnen das jetzt mal, denn es kann durchaus noch vorkommen, daß ich an einem Tag nicht arbeite. Ich könnte dann schon, könnte meinen Körper und mit ihm meine Seele zwingen, aber ich werde es nicht tun. Das habe ich mir versprochen. Heute gehe ich einfach mal beim Künstlertreff im LaLi vorbei und schau mir an, was andere Langenhorner Künstler machen.

Hier noch die Gedanken zum Tage.

Steile Lernkurve. Bericht einer Vorarbeiterin.

antiker Behördenfinder. Unentschlüsselt.

Heute heiße ich Sie mal in der Tiefebene des Schriftstellerdaseins willkommen. Kennen Sie ja sicher, diesen Spruch von den Mühen der Ebene. Kenn ich, hab ich. Kunst macht wirklich eine Menge Arbeit. Das sieht man dem fertigen Werk nur nicht an. Wenn ich mir hier über die Schulter schauen lasse, dann auch, um das zu zeigen: Welche Arbeit Kunst macht. Und wieviel. Denn von der ersten Idee bis zum glücklichen Ende liegt ein sehr langer Weg…

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Nachricht von Bär

Prof. Bär.

Der Sachverständige in Lebenslagen, Herr Bär, und das Hasenschäflein haben mich gebeten, Ihnen diesen Gruß zu überbringen. Beide schlummern noch, denn im Gegensatz zu Pauli und Mimi sind alle anderen Dachkammerbewohner Langschläfer. Heute gibt es keine Vorstellung, das Ensemble ist auf Tournee, zu einer Lesung im Bürgerhaus Langenhorn. Der Valentinstag ist überhaupt ein besonderer Tag. Ich feiere ihn immer. Schenke mir dann Rosen und ein Fläschlein Blubberwasser, häng alle Spiegel zu, geh nicht ans Telefon und öffne keine Post. Alle wissen das, deswegen ruft auch keiner mehr an. Aber alte Gewohnheiten kann man ja auch mal überdenken, weswegen ich es heute mal so richtig krachen lasse werde. Mit meinen kleinen Freunden aus der Dachkammer. Die haben heut Nacht schon das Singen angefangen…

Die fehlenden Seiten. Nachlieferung.

Hier noch die mails, die ich bisher nicht in die Handlung eingebunden habe. Ich stelle sie jetzt der Vollständigkeit halber schon einmal ein, sie sind sozusagen noch unverarbeitetes Material. Für den weiteren Verlauf der Komödie spielten sie keine große Rolle, lediglich die handelnden Charaktere sind minimal davon beeinflusst. Ich schreibe erstmal in der Handlung weiter und kümmere mich bei den Abschlußarbeiten darum. Das ist meine übliche Arbeitsweise. Ich verlasse nur ungern den Sprachfluß, wenn ich grad so schön drin schwimme. Wenn Sie auf das Lesen diese mails also verzichten wollen, das geht, es hat keine Auswirkung auf das Verständnis der folgenden Szenen. Die Lektüre eignet sich aber durchaus zur Vertiefung von Eindrücken. Wie es Euch gefällt. Ich geh solange Steine kloppen.

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Nächster Akt. Narren ohne Tiefe.

Das Hasenschaf auf dem Bärbauch.

Vorgang geht auf. Ort: Die Dachkammer. Anwesend: Mimi, Prof. Bär, das Hasenschaf. Zeit: Vormittag.

Das Hasenschaf sitzt auf des Bären Schoß, eben hat er noch „HoppeHoppe Reiter“ mit ihm gespielt. Nun schaut es ihn an und es will was wissen. Es will immer was wissen, was alle in der Dachkammer nervt. Alle, außer den Professor. Den nervt das nicht, er liebt es gefragt zu werden, denn er ist von Hause aus ein Erklärbär. Während sich die Poetin in Becksche Textausgaben vertieft, widmet Papa Bär sich mit Hingabe seinem Adoptivkind.   

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Stellenangebot.

Grüne Seife. Doppelpack.

Das Freie virtuelle Dachkammertheater Langenhorn sucht ab sofort einen talentierten und ambitionierten Komödianten mit Verwaltungserfahrung. Besetzt wird  die Rolle des strahlenden Siegers, „Meister Propper, der Alleskönner“, in der Komödie „Grüne Seife“. Erfahrung auf der realpolitischen Bühne erwünscht,  Volksnähe ist von Vorteil, kann aber im Laufe der Produktion erworben werden. Geboten wird neben frenetischem Applaus und steigender Beliebtheit, die unvergleichliche Chance, sich wirksam und tatkräftig bei Wählern auch für höhere Aufgaben zu empfehlen. Bewerbungen richten Sie bitte proaktiv direkt an das Langenhorner Publikum. Pressemitteilung genügt.  

Keiner verlässt die Bühne. Vom Glück, eine Schriftstellerin zu sein.

Rechtzeitig! Nun ist es leider zu spät…

Ich habe Ihnen ja schon davon erzählt, wie das damals war, vor einem Viertel Jahrhundert, als ich begann, Schriftstellerin zu sein. Über das “Warum” habe ich nichts geschrieben. Jetzt ist aber ein guter Zeitpunkt, um darauf zu kommen, was für mich das Wesentliche am Schreiben ist: Freiheit. Selbstbestimmung. Unabhängigkeit. Und die (Eigen-+)Verantwortlichkeit. Sie sind das Schönste an diesem Beruf. Niemand redet einem rein, wenn man es nicht zulässt. Wenn ich mir eine Geschichte, einen Roman, eine Komödie ausdenke, dann bin ich so frei, wie der Mensch es nur sein kann. Ich bin es, die ein Thema aussucht, ich lege die Orte fest, nicht einmal an eine Zeit bin ich gebunden. Und ich bin es auch , die bestimmt, wer mitspielt (und wer nicht). Ich bin es ebenfalls, die die Figuren aussucht, gestaltet, ihre Charaktere und Handlungen fortführt. In welchen Umständen sie leben, wie sie aussehen, ob sie lachen oder weinen, lieben oder hassen, lustige oder traurige Gestalten sind – all das liegt allein in meiner Feder, in meinen Händen, in meiner Verantwortung und ist meiner Phantasie überlassen. Meine Gedanken sind frei und niemand braucht sie erraten. Ich kann sie auf alle mir erdenklichen Arten ausdrücken…

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