
Ich bin müde. Und habe (m)ein Wiegenlied gefunden.

Neues aus der Freien Dachkammer Langenhorn

Ich bin müde. Und habe (m)ein Wiegenlied gefunden.

” (…) Die Vernunft hat geleistet, was sie leisten kann, wenn sie das Gesetz findet und aufstellt; vollstrecken muß es der muthige Wille und das lebendige Gefühl.
Wenn die Wahrheit im Streit mit Kräften den Sieg erhalten soll, so muß sie selbst erst zur Kraft werden und zu ihrem Sachführer im Reich der Erscheinungen einen Trieb aufstellen; denn Triebe sind die einzigen bewegenden Kräfte in der empfindenden Welt. Hat sie bis jetzt ihre siegende Kraft noch so wenig bewiesen, so liegt dies nicht an dem Verstande, der sie nicht zu entschleiern wußte, sondern an dem Herzen, das sich ihr verschloß, und an dem Triebe, der nicht für sie handelte. (…)
Das Zeitalter ist aufgeklärt, das heißt, die Kenntnisse sind gefunden und öffentlich preisgegeben, welche hinreichen würden, wenigstens unsre praktischen Grundsätze zu berichtigen. Der Geist der freien Untersuchung hat die Wahnbegriffe zerstreut, welche lange Zeit den Zugang zu der Wahrheit verwehrten, und den Grund unterwühlt, auf welchem Fanatismus und Betrug ihren Thron erbauten. Die Vernunft hat sich von den Täuschungen der Sinne und von einer bezüglichen Sophistik gereinigt, und die Philosophie selbst, welche uns zuerst von ihr abtrünnig machte, ruft uns laut und dringend in den Schooß der Natur zurück – woran liegt es, daß wir noch immer Barbaren sind?”

Moinsen. 12 Grad, Sonne, Himmel bleu, kein Wind. Ein letztes Mal sollen wir heute noch nachsommerliche Wärme genießen können, dann soll das für lange Zeit vorbei sein. Dann sind wir wieder allein mit Corona…
Gestern bekam ich mails (aus dem Bezirksamt) und Anrufe (Bürger). Letzteres hat mich gefreut, anderes nehme ich nur noch zur Kenntnis, drucke aus, loche, hefte ab. Akte Tarpenbek: Wiedervorlage.
Im Garten bin ich gut voran gekommen: Der Platz unter der Walnuss ist geräumt, der Zen-Garten in groben Zügen angelegt und in (very) Little Rose-Cottage blühen zum ersten Mal Rosen. In diesem Jahr werden es auch die letzten sein…
Die Nüsse sind gesammelt. Und nicht mehr lang, dann werden die Quitten golden und reif sein. Ich werde mir wieder ein paar auf den Schreibtisch legen. Dann wird ihr wundervoller, süßer Duft für eine kurze Weile Haus und Dachkammer füllen…
Ich wünsche uns einen goldenen Tag und strahlende Erkenntnisse…

Ich möchte Sie nochmal an den Beitrag “Wir sind dran” von gestern erinnern.
Und Ihnen die Zeitung von heute auf den Küchentisch legen. Hatte ich vergessen.

Mor..gähn. Wenn ich jetzt morgens an der Tastatur sitze, dann habe ich meinen “Arbeitstag” schon hinter mir. Meist stehe ich im Herbst zwischen 3 Uhr und 4 Uhr auf, weil ich kurz nach Sonnenuntergang schon einschlafe. Dann schlafe ich etwa 5 Stunden. Und daran ändert auch das Drehen an der Uhr nix, nur der Verkehrslärm kündet von ebenso unsinnigen wie unnatürlichen Veränderungen …
Erinnern Sie sich noch an die “Große Abstimmung” zur Zeit ? In der EU ?… Achachach. Die Sonne geht überall auf. Nur nicht zur gleichen Zeit. Die Zeit ist doch nur eine Erfindung des Menschen…

Genau. Das will und muss auch ich nicht auf morgen verschieben. Dann hab ich nämlich für den Rest der Woche frei, wenn ich will – und ich will. Also los:
Ich habe eine weitere Eingabe geschrieben. Diese ging am Freitag dem Eingabeausschuss der Bürgerschaft zu.
Damit sind nun also alle demokratischen Wege eingeschlagen, einer nach dem anderen, ich habe (mühevoll) all die Möglichkeiten genutzt oder: zu nutzen versucht, die man den Bürgern zugesteht. Und zwar von “ganz unten” nach oben. Zeit, für eine zusammenfassende Rückschau:

Herbst. Meteorologisch. Kalendarisch. Aber solang die Blätter noch an der Kirsche vor meinem Fenster hängen: Hier kein Herbst. Noch nicht.
Heute wende ich mich mit einer besonderen Bitte an die Langenhorner:
Unterstützen Sie die Pflegekräfte des Heidberg-Krankenhauses in ihrem Kampf um gerechte Bezahlung. Es ist nun wirklich auch an uns, denen beizustehen, die immer, aber gerade in dieser Zeit, für uns da sind. Im Frühjahr haben wir applaudiert und Lieder für sie gesungen, Politiker haben sich überschlagen mit Dankesbekundungen, die sich überwiegend als Lippenbekenntnisse erwiesen. Statt besserer Arbeitsbedingungen und angemessener Bezahlung, und statt der versprochenen Prämien, bekamen sie nichts als schöne Worte, die niemanden etwas kosteten und ihre Situation nicht verbesserten…
Bravo! Wunderbar! Ganzganz große Klasse! ( Frau Müller flippt vor Freude aus.)

Mor…gähn… Man sieht sich, gleich, auf dem Markt…
Die Infektionszahlen steigen und steigen überall. Auch bei uns. Und dann das. Und Niedersachsen ist überall. Von den 10.000 Tausend Fußballzuschauern mal ganz abgesehen… Der Bezirk Nord hat die höchste Zahl an Neuinfektionen…Und in Niedersachsen ist demnächst wieder ganz groß Party…
“Demnach sollen Privatfeiern und andere Veranstaltungen mit bis zu 500 Menschen künftig unter bestimmten Voraussetzungen genauso möglich sein wie Großveranstaltungen, darunter Konzerte, Messen und Märkte mit mehr als 500 Menschen. Nach fast einem halben Jahr Schließung sollen offenbar auch Discos und Clubs wieder öffnen dürfen – draußen mit bis zu 200 Menschen, in Innenräumen mit maximal 100 Personen und einem Alkoholverbot ab 18 Uhr. Auf Tanzflächen soll allerdings die Maskenpflicht gelten.”
Im April haben sich alle noch zusammengerissen. Jetzt ? Sind die einen im Vorwahlkampf und die Anderen haben nicht alle Tassen im Spint…
Ich geh in den Garten…