Feierabend an einem Tag wie Urlaub.

Welch ein ruhiger Tag. Keine Post, keine mails, keine Anrufe, weder vom Bezirksamt noch aus dem “politischen Raum”. Und ich hab auch nicht geschrieben, ich hab die Aussicht genossen, die Ruhe und die Sonne. Gefällt mir, könnte ich mich glatt dran gewöhnen…Frau Nahles hat jetzt eine Anschlussverwendung gefunden, bis bei Bürger Kahrs das Überbückungsgeld ausläuft, wird sich auch sicher was finden lassen, alles auf dem Weg, alles löppt…Für uns leider nicht. Bei uns löppt immer nur die Zeit…
Ich wünsch Ihnen einen schönen Abend und uns allen, dass wir gesund bleiben. Und just in diesem Moment (17.00) kommt dann doch noch ein mail. Pling. Ich werds nicht mehr lesen. Geht die Welt jetzt noch unter, geht sie…

Moin. Montag, 11. Mai 2020

Auf dem Weg zur Nussbude. Grüne Kirsche? Geht auch…

Mor…gähn. Wetter: schlecht, Kaffee: aus, Zeitungen: Altpapier. Müllerin: müde..
Noch Fragen?. Später…

update am Mittag: Moin. Jetzt scheint die Sonne, der Himmel ist blau, mit weissen Wolken und eine Zeitung hab ich aus dem Altpapier gekramt. Diese.
Dass ich heute morgen sehr übelgelaunt war, ist unübersehbar. Das hatte Gründe die im Gestern lagen, mich in der Gegenwart zuweilen zornig sein lassen und die meine Zukunft betreffen. Ich wußte nämlich, was gestern los war und dass ich heute einkaufen gehen würde, mit meiner Freundin. Und ich ahnte, was uns bevorstehen könnte…Wenn Sie sich das Photo in der Mopo angesehen haben, (und ich will mal hoffen, dass es am Wochenende aufgenommen wurde, von “Beispielfoto” stand da ja nichts) dann kann man wirklich stinksauer sein. Dass man solche Menschenansammlung nicht meidet, das ist schon schlimm genug. Dass man sich dann aber auch noch, ohne Masken, mitten hinein begibt, ins Gedränge, das ist… unsäglich..
Nein, man kann das wohl sagen, ich will das auch ausschreiben: Es ist strohdumm, es ist völlig bescheuert, es ist rücksichtslos, es zeigt eine Fühllosigkeit, eine innere Verhärtung, eine Verrohung, die jedes Leid, jeden Tod, in Kauf zu nehmen gewillt ist, um des eigenen, kurzen Spaßes willen.

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An die “Lokalpolitik”.

Verehrte Damen, geehrte Herren,
ich kann in den Geschäftstellen Ihrer Parteien niemanden erreichen. Der Regionalausschuss tagt nicht, bis auf den Hauptausschuss tagt hier (nach meinen Feststellungen) sowieso nix und niemand. Und nun sind auch Sie für mich, bis auf eine Rückmeldung, nicht erreichbar. Das wird gewiss nicht so sein, daß das demokratische Leben hier weitestgehend, und mit nicht absehbaren Folgen, zum Stillstand gekommen ist. Es liegt sicher eher daran, dass ich nicht das richtige Telefonbuch habe…
Ich bitte Sie, auf diesem Wege, doch einmal um freundliche Kontaktaufnahme.
Mit guten Wünschen für einen erholsamen Sonntag Mimi Müller

Und ich, liebe Leser, geh jetzt raus. Aber nicht, ohne Ihnen noch eine sehr schöne Geschichte zu hinterlassen. Ganz unglaubliche 100 Jahre alt.

Übrigens: Heute ist Muttertag!

Für Rita und alle Mütter in Langenhorn …

Da hätte ich doch beinahe den Muttertag vergessen. Ich befinde mich damit aber in guter Gesellschaft, auch Mütter vergessen wohl schon mal was. Gerade bekam ich ein Epigramm von Mother Rita, das ich sehr schön finde und mit Ihnen teilen darf. Es wird einmal ein schönes historisches Zeitdokument werden. Muttertag in Zeiten von Corona.

“Frühstück für Mutti am Muttertag!
Deshalb ich lange im Bette lag.
Doch dann wurde mir schnell klar:
bringt gar nichts; ist keiner da!”

Gedankenstützen.

Sunny Sunday. 10. Mai. Ohne Trödelmarkt.

Die Stiefmütterchen aus unsrem Eichenbeet. Langenhorn Markt.

Guten Morgen. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es ist weder frisch noch windig.
Es wird ein schöner Tag. Gestern habe ich ihn im Garten verbracht, das war sehr schön und ich habe gemerkt, wie sehr ich das vermisst habe. Aber jetzt, wo ich nahezu gesund bin, da kann ich ja wieder mehr darin arbeiten. Ich liebe es genau so, wie zu schreiben.
Ich mach mir jetzt mal Tee, geh ein wenig im Internet spazieren, wir sehn uns später… Grüße gehen heute morgen nach: Hemmingen, (wow!) Brea, 🙂 , Sarstedt, Columbus und Westerholt.
Zeitung. Ich Drömel hab vergessen, die Zeitung hinzulegen. Dafür hab ich sie aber auch gebügelt 😉 Und ein Gedicht. Es ist 90 Jahre alt.

Welch ein Glück…Und dann noch ein Abgesang.

Nix los. Die Geburtstags-Party fällt aus. Photo: Frau Müller

Die Sonnenstrahlen haben mich dann doch noch aufgeweckt. Schön! Heute in der Frühe war es derartig trüb, daß ich gar nicht mehr damit gerechnet habe, sie zu sehn. War ne anstrengende Woche, aber gut. Ja, ich bin zufrieden…
Ich arbeite immer noch an dem Mega-Epigramm, komme aber nicht so recht voran. Sie glauben ja nicht, wieviel Arbeit in einem Vierzeiler stecken kann, wenn man in the middle of the Abgesang die version extended…Stetig verstetigt, versteht sich.

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Guten Morgen, Samstag. Markttag.

Morgähn...Sehr frisch draussen, Himmel blaugrau, windstill, trocken. Ich kann noch gar nix, ich treff die Tasten kaum…(Die Müllerin legt den Kopf auf ihre Arme und versinkt in mehrere zusammenhängende Sekundenschlafe. Wir wissen nicht, wieviele.) Kaffee?
Ja, bitte, Kondensmilch (10%), 2 Zucker. (Frau Müller schreckt kurz hoch. “Bevor ich es vergesse: Heute kein Hafengeburtstag.)
Grüße gehen nach München, Celle, Schwarzenbek, Brüssel, Villach, Seattle, Xiamen und Süsel. Und “Moin” nach Berumbur.

An die Börner. Sehr eilbedürftig. Betrifft den “Umbau” der Tangstedter Landstrasse.

Bei meinen Exkursionen zum Sitzungsdienst ist mir heute das hier vor die Füße gefallen.
Es betrifft die Anlieger der Tangstedter Landstrasse vom Wördenmoorweg bis zum Wattkorn Das wird Ihnen ganz erhebliche Probleme bereiten, was “die Verwaltung” da für Sie plant. Der Hauptausschuss hat sich schon damit befasst, wie Sie lesen können. Sie wurden, wie üblich, weder von Politik noch Verwaltung bisher darüber hinreichend informiert, das können Sie aber jetzt hier selbst machen, Sie brauchen die ja nicht wirklich – sie haben ja immer noch mich im Ärmel. (Ein bißchen Eigenlob muss sein, hat Professor Bär gesagt, und ich bin wie das Hasenschaf. Ich häng an seinen Lippen). Gerne 😉 Doch weiter im Text, die Lage ist ernst. “Sollte eine Kalenderwoche nach Termin keine Stellungnahme eingegangen sein, gehen wir davon aus, dass keine Bedenken gegen die Planung bestehen.” schreibt das Bezirksamt. Der Termin ist der 15. Mai 2020.

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Mein erstes Epigramm

Vogelhaus.Vermutlich ohne Baugenehmigung.

Huiih. Ich habe fertig. verdichtet und es ist ein Epigramm geworden. Mein allererstes. Höchstwahrscheinlich, denn ich kann mich nicht dran erinnern, schon mal eines geschrieben zu haben. Was aber am Alter liegen könnte, an Vergeßlichkeiten zugunsten gewählter Augenblicke. Oder an der Menge des “Outputs”. Aber ich glaub schon, es ist das Erste, denn als ich heute morgen aufstand, da wußte ich ja nicht einmal, dass es sowas gibt. Epigramm! Allein datt Wort. So…leichtgewichtig. Vier Verszeilen, schwupps un feddich. Ein einziger Gedanke und die Sache is erledigt. Zack – Feierabend. Ich glaub, das mach ich mal öfföffters…Streng genommen ist das 3-Seiten-Gedicht von vorgestern, das ich Ihnen immer noch schulde, (Gemach, gemach) ein Mega-Epigramm. Lauter Vierzeiler, die man allesamt auch einzeln verbraten könnte, hübsch aneinander gereiht, zusammengestellt, zu etwas nie Dagewesenem, eine heitere Komposition, ein einzigartiger long-distance-Abgesang der Verwaltung auf den mündigen Bürger. Lang gesucht, nie gewollt…
Achach. (Frau Müller seufzt.) Wie kam ich jetzt überhaupt dadrauf? Ach, das Epigramm. Hier sind sie, die vier Zeilen, in Versform.

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