Moinmoin. Ich hoffe, Sie konnten gut und traumlos schlafen. Bei mir gings ganz gut, die Nachtigall habe ich aber nicht mehr gehört. Ich geh vom Besten aus und wünsche dem kleinen Sänger, daß sein gestriger Einsatz Erfolg hatte und er die Dame seines Herzens schon erfolgreich becircen konnte. Ansonsten: Regen, Regen. Und ich humpel jetzt erst mal in die Küche und hol mir eine Tasse starken schwarzen Tees. Und dann ringen wir allesamt gemeinsam weiter um Haltung, bleiben tapfer und daheim…
Moinsen. Keine Ahnung, wie es Ihnen mit all dem geht, was geschieht – und was nicht geschieht. Mir fällt noch schwer, was ich empfinde, in Worte zu fassen…
Moinsen. Die Sonne scheint, zumindest heute Morgen, und es soll ein fabelhafter Frühlingstag werden, zumindest bis Mittag. Mir geht seit gestern eine Menge im Kopf herum. Was, erfahren Sie am Nachmittag, wenn meine Schmerzen erträglicher sind und ich länger an der Tastatur sitzen kann. Genießen Sie jeden Sonnenstrahl !
Ein neuer Tag. Was er wohl bringen mag? Für mich erst mal die Physiotherapie. Für die Physiotherapeutin: Mein Bein. Bisher kennt sie ja nur meine Schulter. Es geht ja nichts über eine Abwechslung … Ansonsten? Im Norden nichts Neues …
Ich habe heute, wie an jedem Tag, mehrere Tageszeitungen (online) gelesen. Danach habe ich mir die Pressekonferenz des Gesundheitsministers angesehen. Beides war aufschlußreich. Es wurde in des Ministers “Presseschau” viel, sehr viel geredet – dennoch gab es kaum Antworten auf Fragen, die uns alle bewegen. Es gab, einmal mehr, viele “Empfehlungen”. Bevor ich Ihnen Mut machen möchte, eigenverantwortlich zu handeln, will ich erst ein paar Worte zu dem schreiben, was heute da geschah…
Endlich! Gut aufgestellt. Alles gerettet für Alle…
Montag. Nach dem großen Krisenzipfel. Es wurde gehobelt, kein Spahn ist gefallen und wir wissen nun endlich, was zu tun ist. Wir haben “Empfehlungen”, werden ermuntert, dürfen kluge Entscheidungen treffen und man setzt Vertrauen in uns! Na, wenn das nichts ist… Das Viele von uns das alles schon tun – geschenkt. Das Bild oben veranschaulicht die Sache insgesamt recht gut: Ganz oben, das ist “Berlin”, in der Mitte “die Länder” und ganz unten, der/die in die Knie geht und schultert, was die anderen an Verantwortung zwischen sich hin und her schieben: Das sind die Städte, die “Kommunen”. Am Ende also: Wir. Wenn jetzt auch noch alle Lifestylisten, Übermütigen, und Immersorglosen sich an die “Empfehlung” halten, dann kann ja, nach politischem Ermessen, überhaupt nichts mehr passieren. Zumal ja Deutschland auch eines der wenigen Länder der Welt ist, wenn nicht gar das Einzige, über das beizeiten ein Viren-Scanner installiert wurde…
Ein Sonntag, an dem ich noch nichts schreiben mag. Da ist so Vieles, in diesen Tagen, was die Einen zunehmend sprachlos macht, während die Anderen plappern und plappern, Heute so, Morgen so, auch in einem einzigen Satze sich widersprechend. Noch zwei Wochen, dann braucht jede Quarkschau nur noch eine “hochqualifizierte” Politiker*in und eine “hochqualifizierte” Moderator*in, die ihm nicht reinredet und wir bekommen in nur 10 Minuten ein so breitgefächertes Meinungsbild, dass uns derartig schwindelig wird, daß wir ganz von allein in ein Koma kippen möchten. Was aber nicht geht, denn dann würde auch noch das Riechsalz knapp…
Moinsen. Vielleicht ist ja nix gebrochen und wenn, dann wächst es wohl auch von allein zusammen. Meint Frau Dr. Langen-Horn, Expertin für riskante Sprünge und fulminante Abflüge. Sie sagte heute Morgen, das werde alles schon wieder, ich müssts nur aushalten, dürfe die Nerven nicht verlieren, solle das Bein hoch lagern und Retterspitzwickel machen. Wenn der Futternapf leer wäre, dann könne ich wieder stehen. Ich glaubs ihr, sie hat mich noch nie angeschwindelt. Das Bild habe ich heute morgen in meinem Fenstertheater aufgenommen. Und für ein paar Minuten waren alle Schmerzen vergessen.
Ich bin heute morgen unglücklich gestürzt und sitze jetzt hier mit Eisbeuteln am Unterschenkel. Mehr weiß ich dazu nicht zu sagen, außer, dass es sehr weh tut und ich vielleicht an der Tastatur ausfalle. Aber mir liegt etwas so sehr am Herzen, daß ich es jetzt noch veröffentlichen will…
Ort: Dachkammer , anwesend: Die Viererbande (Prof. Bär, Till, Wan-Zen und das Hasenschaf. Es ist früher Nachmittag, die Sonne scheint in die Dachkammer, die in diesem Augenblick Robbie betritt.