“Trio Infernale”. Soziale Plastik, Holz und Staub, von Mimi de Moulin, 2020. Galerie Bonne Blague, Hambourgh
Moinsen. Himmel graubleu, windig, regnet nicht mehr, Sonne sichtbar, nass und kühl. Ansonsten: Kaffee auf dem Tisch, Zeitung , Zeitung. Und Nein: Auch gestern keine Neuigkeiten aus dem Bezirksamt. Für gewöhnlich räume ich ja am Freitag immer meinen inneren Schreibtisch auf, um Ärger, den mir “Behörden” bereiten, nicht mit in die nächste Woche zu nehmen. Ich denk, heute mach ich das mal anders…Neue Zeiten, neue Wege. In die neue Zeit mit nehmen wir aber einen alten Spruch: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten. Ich werde alles dafür tun, dass das die Bürger sind…
Hier. Lesen Sie mal. Und dazu auch einen Beitrag aus dem gestrigen “Auslandsjournal”, in dem sie immer wieder solche Szenen sehen können…
In mir klingt heute den ganzen Tag schon ein altes Lied, aus einer Zeit, die nach Aufbruch verlangte, weltweit, der heutigen Zeit nicht unähnlich… Man braucht im Text nur “Joe Hill” durch “George Floyd” zu ersetzen, “10 years” durch 10 days, und “Arbeitsleute” durch “Menschen” – dann ist er an Aktualität nicht mehr zu überbieten… As long as we can breathe, we will. Let us change the world together, with every breath we take.
Detailaufnahme Papyrus-Lampenschirm. Ausgrabungsfund aus Langenhorn. Flohmarkt St. Ansgar.
Moinsen. Himmel grau-weiß, angenehm kühl, die Natur ist entzückt, weil der Segen von oben kam und wir, weil der Regen über Nacht erstmal ausgesetzt hat, wir also, zumindest am Morgen, trockenen Fußes vor die Tür können. Vielleicht zum Schmuggelstieg. Da ist heute Markttag. Und noch mehr fiel vom Himmel, das ich kaum beschreiben kann, weil ich beide Hände brauche, um mir die Augen zu reiben, nachdem ich von der “Mehrwertsteuersenkung” gelesen habe….
Ist so schön und ich wollt noch ein Beet anlegen. Ansonsten is eh nix los. Aber ein` habbich noch. Hier. See you later…
update 10 nach 1 : Bei ntv gabs gerade, unten im Laufband, die “Nachricht”: Krankenstand kostet die Arbeitgeber 1,6 Mrd Euro. Schreibt doch mal bitte dazu, was die Arbeitnehmer ihr Krankenstand kostet Erst dann ist das, journalistisch betrachtet, für mich ne Nachricht. So nenne ich das (freundlich) “einseitige Berichterstattung”. Boah, zeigt doch endlich mal, dass Ihr was gelernt habt, Kollegen. Oder frischt den Grundkurs auf…
Mir unbekannte Art. Vorgestern. Auf dem Weg zur Tarpenbek.
Moinsen. Es ist sonnig, warm, windstill und der Himmel ist blau, was aber alles nicht so bleiben soll, auch wenn es so aussieht. Kaffee steht auf dem Tisch, Zeitung ist jetzt auch da und bin noch nicht so recht wach, hatte keinen Friesentee mehr und mit Darjeeling geht es einfach langsamer. Ich ahne: ich nehm mir gleich auch einen Kaffee. Nein, vom Bezirksamt habe ich auch gestern nichts gehört, wer immer auch jetzt daran arbeitet, weiß nichts zu schreiben oder stärkt die Abwehrkräfte. Ich hab ja schon viel mit Behörden erlebt, aber meine Erfahrungen mit dem Bezirksamt-Nord der Freien Hansestadt Hamburg sind wirklich einzigartig. Ich habe das “und” bewusst ausgelassen, darüber kann nachgedacht werden, deswegen erwähne ich es ausdrücklich. Ich liebe die deutsche Sprache. Sie ist so unvergleichlich nuancenreich, wenn sie nicht grade verkommt…. Eine Menge Grüße sind nachzuholen. Es gibt neue Leser in: Garbsen, Dannenberg, Albruck, Bad Säckingen, Reutlingen, Brescia, Arlington Heights, Clifton, Paderborn, Bukarest, Newquai, Neustrelitz, Heiwajima,Washington, Fremont, Dallas, Göttingen, Shanghai, Nustrow, Jacksonville, Los Angeles, Westerronfelde, Duderstadt, Korschenbroich, San Mateo, Columbus, Sao Paulo, Provo und viele viele Hamburger. Ich geh den Tag langsam an, hab mal wieder Heuschnupfen, das ist lästig und nervig, aber das ist ja so vieles im Leben. Unterm Strich hab ich lieber “Behörde” als Schnupfen, obwohl man von beidem ja schnell die Nase voll haben kann. Aber nur, wenn man sie nicht oft genug putzt, aber da bin ich ja geübt… es langsam angehen, bis später.
update: Ich las gerade diesen Kommentar. Er wird mit mit diesen Worten eingeleitet: “Werden Geschäfte geplündert, kippt der politische Protest unweigerlich – und verliert seine moralische Berechtigung.” Dem kann ich zustimmen, möchte aber darauf hinweisen, dass in Betracht gezogen werden muss, das genau das gewollt sein kann: Dem Protest seine moralische Berechtigung zu entziehen.
Moin. Kein guter Morgen. Ich habe heute Nacht bei CNN gesehen, wie mit Blendgranten Tränengas und Gummigeschossen gegen friedliche Demonstranten vorgegangen wurde, und wie dann, am hellen Tage, Menschen ohne Vorwarnung aus der Strasse gedrängt, geschossen wurden, damit der Charakterlose, sich vor einer Kirche ablichten lassen konnte und das, an Obszönität nicht zu überbieten, mit einer Bibel in der Hand. Statt dafür Sorge zu tragen, daß die “Polizisten”, die George Floyd töteten, ausnahmslos angeklagt werden, richtet er sich nun ohne Ausnahme gegen alle, die das fordern. Dieser Mann ist ein Terrorist. Er schürt seit seinem Amtsantritt Gewalt und Hass, wiegelt Menschen und Völker gegeneinander auf, ist zutiefst rassistisch und bringt die gesamte Welt mehr und mehr an den Abgrund. Ich bin fassungslos und schockiert. I can`t breathe. Ich kann nicht atmen.
Mögen Sie wohl noch eine kleine Geschichte aus meiner ersten Zeit in Hamburg? Vielleicht die Kolumne von damals, die sich an die von gestern anschloss? Dann nomma tau…
Ich hatte ja gestern gesagt, dass ich Ihnen, so nach und nach, mal ein paar Geschichten aus meinen ersten Tagen in Hamburg hier reinstellen wolle. Von wegen: Nich lang schnacken. Und unter welchen Umständen ich den Spruch zum ersten Mal gehört habe. Ich schrieb damals noch Kolumnen im Pott, und berichtete da hin und wieder über die Erlebnisse, die ich bei meinen Besuchen in der Hansestadt Hamburg machte. Hier ist also die Geschichte von meinem ersten Fischmarktbesuch. Sie ist in meiner Muttersprache geschreiben, aber bei der Lesung im Langenhorner Heimatverein hat man mir versichert, Sie kämen ganz wunderbar damit klar. Denn man tau…